STAR, Integration im Ruderboot


(TV Touring Würzburg 8/2015)

Rudern für Jugendliche mit Fluchthindergrund entstand aus dem Inklusionsgedanken der ROW. Nach häufig traumatischer Flucht über das Mittelmeer erleben die Kinder in den regelmäßigen Ruderstunden im Mannschaftsboot einen positiven Zugang zum Wasser. Gleichzeitig werden Werte wie Fairness, Teamgeist, Kameradschaft und Verantwortungsbewusstsein vermittelt.

Unter Führung der Vorsitzenden Cornelia Drewitzki (Weltmeisterschaftsteilnehmerin als Athletin und als Trainerin) sowie der stv. Vorsitzenden Bernd Fleischmann (mehrfacher Weltmeisterschaftsteilnehmer) und Helmut Greß (Teilnehmer an Weltmeisterschaften und Paralympischen Spielen als Trainer) findet hier seit Anfang August 2015 ein wöchentlicher Ruderkurs für Flüchtlinge im Kinder- und Jugendalter statt. Im Jahr 2016 startet das Programm Orientierung durch Sport (OdS), das durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert wird. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Sportjugend (dsj) wurde zusätzlich nicht nur qualifizierte, pädagogische Unterstützung beim Spracherwerb gegeben, sondern es gab auch einen intensiven Erfahrungsaustausch mit anderen Vereinen, speziell Rudervereinen. Die erfolgreiche Arbeit der ROW bei der Integration wurde 2017 und 2018 über das Programm OdS noch intensiviert - Gespräche über die Aufnahme als Stützpunktverein für das Programm Integration durch Sport für die Folgejahre werden mit dem Bayerischen Landessportverband (BLSV) geführt.

Durch das Miteinander von Kursteilnehmern und ROW-Mitgliedern werden auf beiden Seiten interkulturelle Kompetenzen aufgebaut und persönliche Verbindungen über den Bootsplatz hinaus geknüpft. Bislang konnten über fünf Dutzend Teilnehmenden ruderische Grundkenntnisse vermittelt werden, insgesamt über 200 Jugendliche aus Eritrea, Afghanistan, Syrien, Kurdistan, Ukraine, Somalia und Pakistan nahmen an unsere Sportangeboten teil.

Das Rudern für Flüchtlingskinder bildet den Ausgangspunkt des STAR-Programms (Starkes Team Außergewöhnlicher Ruderer) der ROW. Dieses soll Kindern und Jugendlichen, die über eine langfristige Bleibeperspektive in Würzburg verfügen, die dauerhafte Ausübung des Rudersports in den Rudergruppen der ROW ermöglichen. Mittelfristig soll das STAR-Programm auf Kinder aus sozial schwachen Familien ausgedehnt werden. Im Sinne des Inklusionsgedankens soll der Rudersport daran anknüpfend auch den Eltern der Kinder- und Jugendlichen aus dem STAR-Programm eröffnet werden. Neben der konzeptionellen, fachpädagogischen Betreuung der Sport- und Freizeitangebote, sind die Verantwortlichen des STAR-Programmes damit betraut, die organisatorischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des Programms sicherzustellen. Bei Interesse (Betreuungseinrichtungen oder Migrantenorganisationen) senden sie uns eine Mail an info@row2015.deDie Kursgebühren richten sich nach den wirtschaftlichen Möglichkeiten und werden bei einer späteren Mitgliedschaft ganz erlassen. Für interessierte Jugendliche fallen keine Gebühren an, Schulen und andere Institutionen der Jugendpflege erhalten Sonderkonditionen.


Pararudern (Handicaprudern)
Das deutsche Pararudern, also die Ausübung des Rudersports durch Menschen mit körperlicher und / oder geistiger Behinderung wurde maßgeblich in Würzburg entwickelt, unter Leitung von Helmut Greß, ehem. Lehrer am Würzburger Zentrum für Körper- und Mehrfachbehinderte (ZfK) und heute stv. Vorsitzender Inklusion der ROW.

Unter „Inklusion“ verstehen wir Angebote und Strukturen, die alle Menschen selbstverständlich willkommen heißen. Inklusion geht davon aus, dass jeder Mensch anders ist. Dies bedeutet für die ROW, dass unsere Angebote und Strukturen so gestaltet sind, dass sich jede/r individuell einbringen und entfalten kann und eine gleichberechtigte Teilhabe Aller gewährleistet wird 

Auf Veranlassung von Helmut Greß wurde 1980 eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem ZfK und der damaligen Würzburger Rudergesellschaft „Bayern“ (WRGB) mit dem gemeinsamen Ziel des Inklusionssports geschlossen. Unter Anleitung von Helmut Greß konnten bis heute mehrere dutzend Parasportler den Rudersport für sich erschließen. Im Zuge dessen wurden grundlegende technische und trainingsmethodische Erkenntnisse zum Pararudern erarbeitet, die heute weltweit Anwendung finden. Das Würzburger Handicaprudern unter Leitung von Helmut Greß ist daher ein äußerst anerkannter und geschätzter Pionier im Behindertenrudern des Deutschen Ruderverbandes. Durch unterschiedliche Bootsklassen lässt sich jedes Rudererlebnis individuell gestalten. Die Möglichkeiten der ROW bilden die ideale Basis für eine gesunde und vielfältige Freizeitgestaltung.

 Mit ihrem Schwerpunkt Inklusion bietet die ROW beste Voraussetzungen für die langfristige Sicherung und Weiterentwicklung des Pararuderns in Würzburg.
Mit der Anschaffung eines breiteren B-Vierers im Frühjahr 2015 und vor allem mit der Gewinnung weiterer Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die sich neben Helmut Greß speziell um unsere behinderten Ruderkameraden kümmern, sind sowohl die materiellen, als auch personellen Voraussetzungen geschaffen worden. Belohnt wurde dieses Engagement durch den Inklusionspreis der Regierung von Unterfranken 2017 im Bereich Kultur, Umwelt und Sport.


Junge Familie


Die ROW hat einen hohen Anteil an jungen Familien in der Mitgliedschaft. Während Mama und Papa sich beim Rudern entspannen passt jeweils ein Elternteil auf die Kleinen auf. Auf diese Weise ergibt sich ein Sonntagsvormittagsprogramm, dass keine Wünsche offenlässt. Nach erlebnisreichen Stunden am Ufer bzw. einer Ausfahrt auf dem Main wird so neue Kraft für die Woche getankt. Interessierte Familien sind jederzeit willkommen.

Sobald die Kinder schwimmen können dürfen sie mit Kinderkanus aufs Wasser und können es gar nicht erwarten bis sie alt genug sind die Ruder selbst in die Hand zu nehmen. Das ist je nach Körpergröße im Alter zwischen 8 und 10 Jahren der Fall.


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Sicherheit

Rudern ist ein sicherer Sport mit geringer Verletzungs- und Unfallgefahr. Allerdings nur dann, wenn gewisse Regeln eingehalten werden.

Sobald wir aus der geschützten Bucht ins freie Wasser hinaus fahren befinden wir uns auf einer Bundeswasserstraße, eine Art Autobahn für die Schifffahrt mit überwiegendem Schwerlastverkehr. Hieraus ergeben sich geseztliche, vor allem aber aufsichtsrechtliche Verantwortlichkeiten. Diese sind in der Sicherheitsrichtlinie des Deutschen Ruderverbandes zusammengefasst. Die wichtigste Regel überhaupt lautet:

Der Bootsobmann entscheidet – insbesondere nach

Wetterlage,

Wasserstand,

Strömung und

Ausbildungsstand –,

ob ein sicherer Ruderbetrieb möglich ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wenn auch nur eine der genannten Voraussezungen fragwürdig ist auch NICHT gerudert wird.

Laut der BiSchStrO MUSS auch an Bord eines JEDEN Ruderbootes ein Schiffsführer = Bootsobmann sein.  Das kann jeder sein, der die Vorausetzungen erüllt und geeignet ist. Das Mindestalter liegt bei 12 Jahren und die Eignung muss nachgewiesen oder bestätigt werden.

Zusätzlich gibt es zwischen den Schleusen Würzburg und Randersacker noch eine gemeinsame Fahrordnung der Würzburger Rudervereine, die einzuhalten ist um Kollissionen von Ruderbooten untereinander zu vermeiden.

Alle wichtigen Informationen zum sicheren Rudern haben wir auf einer eigenen Seite zusammengestellt:

Sicher Rudern