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40 Jahre alter Wunsch geht in Erfüllung

Ruderer freuen sich über innovativen Steglifter

Seit Anfang der 1980er Jahre entwickeln die Würzburger Pararuderer ihre Sportart sowohl als Gesundheits-, wie auch als Wettkampfsport. Hierbei standen die Ruderer mit massiven Gleichgewichts- und Koordinationsproblemen bislang aber stets vor der Herausforderung von einem schwankenden Bootssteg aus in ein noch wackeligeres Boot hinein- und wieder heraussteigen zu müssen. Stets bestand das Risiko von Stürzen, durch die Verletzungen der Sportler oder Beschädigungen des fragilen Bootsmaterials drohten. Wenn es gar nicht anders ging, musste das Ein- und Aussteigen in die Boote auf allen vieren kriechend erfolgen, ein immer noch riskantes und angesichts der spontanen Hinterlassenschaften der ortsansässigen Wasservögel oftmals unangenehmes Unterfangen. „Wir sind sehr froh, dass das jetzt ein Ende hat!“, so Helmut Greß, stv. Vorsitzender Inklusion der Rudergemeinschaft Olympos Würzburg (ROW). Innovativer Personenkran ebnet Parasportlern sicheren Weg in Ruderboote Ausschlaggebend hierfür ist der neue Steglifter, ein zertifizierter Personenkran, der nun vom Bootssteg der Universität Würzburg aus betrieben werden kann. Mit einer Feierstunde im Rahmen des Anruderns am 01. Mai, bei der auch BRV-Präsident Thomas Stamm und sein Stellvertreter Johannes Rauh zugegen waren, wurde dieser nun seiner Bestimmung übergeben. Bei dem Lifter handelt es sich um ein serienmäßiges Modell, das bisher in Schwimmbädern zum Einsatz kommt. Für die Verwendung auf dem Bootssteg wurde dieser mit einem zentralen Stahlträger verstärkt, der die Liftersäule aufnimmt. Der Kran selbst ist mobil und kann nach Gebrauch rasch wieder entfernt werden, damit er den weiteren Ruderbetrieb nicht stört. Greß: „Mit dieser Konstruktion haben wir völliges Neuland betreten, denn nach unserem Wissen gab dazu in dieser Form weder im Inland noch im Ausland einschlägige Erfahrungen. Und darauf sind wir richtig stolz“. Universität und ARCW stellen entscheidende Infrastruktur zur Verfügung In seiner Rede zur Einweihung des Lifters hob Greß die Leistung der ROW-Mitglieder Otto Kornberger und Klaus May hervor, welchen die Planung und Umsetzung der Konstruktion oblag. Besonders dankte er dem Sportzentrum der Universität Würzburg und dessen Leiter Reinhard Roth für die Zuverfügungstellung des Steges sowie den Ruderkameraden des ARCW. Diese hatten sich als Betreiber des Lifters sehr für dessen Realisierung eingesetzt. Durch Bereithaltung ihrer Infrastruktur ermöglichen sie bereits den Sportbetrieb der ROW per se. „Wir möchten das Rudern als eine der gesundheitssportlich wertigsten Sportarten möglichst vielen Menschen zugänglich machen. Es ist daher keine Frage, dass wir die ROW, die auf dem Gebiet der Inklusion großartiges leistet, nach Kräften unterstützen“, so ARCW-Präsident Andreas Holz. Breite finanzielle Unterstützung aus der Region Nicht möglich gewesen wäre die Realisierung des Steglifter-Projektes ohne umfassende finanzielle Förderung. So bedankte sich Greß insbesondere bei der Bürgerstiftung Würzburg und Umgebung, die bei den Feierlichkeiten durch ihr Vorstandsmitglied Joachim Erhard und die Kuratoriumsmitglieder Dr. Anke Klaus, Ruth Reinfurth und Lucia Rühling vertreten wurde und den Großteil der Finanzierung ermöglicht hatte. Seinen Dank sprach Greß auch dem Sportamt der Stadt Würzburg aus, das einen Zuschuss aus den städtischen Fördermitteln für Inklusionsprojekte im Sport gewährte sowie dem, durch die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Eva-Maria Linsenbreder vertretenen Bezirk Unterfranken, der das Projekt ebenfalls unterstützt hatte. ROW steht gerne als Ansprechpartner für Errichtung mobiler Steglifter zur Verfügung Wie Greß abschließend darlegte, dürfte Würzburg durch den neuen Steglifter für Pararuderer auch als Wanderfahrtdestination an Attraktivität gewinnen. Zudem würden sich die Würzburger Pararuderer darüber freuen, ihre Erfahrungen rund um den portablen Personenkran mit anderen Ruderkameraden zu teilen. Anderen Ruderclubs, die beabsichtigen ebenfalls einen mobilen Steglifter zu errichten, steht die ROW ebenfalls gerne als Ansprechpartner zur Verfügung. Kontaktaufnahmen durch Interessierte werden erbeten per Email an inklusion@row2015.de . Text: SiS / ROW

  • 24.05.2019
  • Eddy