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Ich denke, also bin ich

Manche Menschen meditieren, um konspirativen Gedankengängen nachzugehen, andere suchen das Gespräch mit Freunden, damit ein Austausch eigener Ideen stattfindet und neue Denkanstöße entstehen. Eine wahre Denkkaskade kann auch ausgelöst werden, wenn man rudert, sich mal ausnahmsweise nicht nur auf die Technik konzentriert, sondern den Impulsen der Gedanken folgt. Da sind mit einem Schlag all die Themen des Tages präsent. Je nach Empfindungslage sind es positive oder negative Stimuli, die den Ruderzug entsprechend beeinflussen. Auslöser wahrer Gedankenfluten können auch die Eindrücke am Wegesrand sein, also dem Ufer. Nimmt man zum Beispiel den Duft von Gegrillten wahr, wie so oft in diesem Sommer, so assoziiere ich gleich den letzten Grillabend mit Freunden, entschuldige mich hiermit auch öffentlich, für das Steak, welches ich von jemand Fremden gegessen habe, - ich konnte nicht anders-, höre auf den Klang meines Magens, der sich dann auch lautstark bemerkbar macht und überlege, wie der aufkommende Hunger zu stillen ist. Natürlich bemühe ich mich instinktiv und nahezu halbwegs konzentriert den Fokus auf die richtige Ruderbewegung zu legen. Also ein, zwei oder auch mehr Züge lang, bis mich der nächste gedankliche Anker hinfort reist. Meistens kann man während der Strecke hin und zurück auch eine Wandlung erkennen. Zuerst bei Beginn der Fahrt herrscht noch das gedankliche Chaos, dann ebben die Gedankenwellen deutlich ab und der Schwerpunkt ist voll und ganz auf’s Rudern gerichtet. Eben wie Meditation. Das Mantra lautet: „Und Schub, dann ruhig nach vorn.“

  • 14.11.2018
  • Eddy
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